Fibromyalgie ist eine komplexe, chronische Schmerzerkrankung, die sich durch weit verbreitete Schmerzen, Müdigkeit und eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit auszeichnet.
Inhaltsverzeichnis
1. Definition
2. Symptome
3. Ursachen und Diagnose
4. Auswirkungen auf Betroffene
5. Behandlung und Schmerzmanagement
1. Definition
Der Begriff Fibromyalgie bedeutet wörtlich „Faser-Muskel-Schmerz“ und beschreibt eine chronische Schmerzerkrankung, die vor allem das weiche Gewebe betrifft. Da oft eine Vielzahl von Ursachen zusammenspielen, lautet die medizinisch korrekte Bezeichnung „Fibromyalgie-Syndrom“. Die Erkrankung ist nicht-entzündlich, weshalb herkömmliche Schmerzmittel oft wirkungslos sind.
2. Symptome
Das Hauptsymptom sind monate- oder jahrelang anhaltende Schmerzen am ganzen Körper, die von Betroffenen oft als brennend, dumpf, fließend oder wie ein starker Muskelkater beschrieben werden. Die Schmerzen treten häufig zuerst im Rücken auf und breiten sich in Arme und Beine aus.
Zusätzlich zu den Schmerzen leiden viele Patienten unter:
• Begleitsymptomen: Chronische Müdigkeit, Erschöpfungszustände, Schlafstörungen und Leistungsschwäche
• Überempfindlichkeit: Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Kälte
• Tender Points: Früher waren 18 schmerzhafte Druckpunkte (Tender Points) an Muskel-Sehnen-Übergängen ein wichtiges Diagnosekriterium, z. B. am Nacken, den Schultern, der Hüfte oder den Knien.
• Psychische Belastung: Depressive Verstimmungen oder Depressionen können Teil des Krankheitsbildes sein.
3. Ursachen und Diagnose
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Experten vermuten eine Störung der Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem, die zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen führt. Weitere mögliche Faktoren sind genetische Veranlagung, rheumatische Erkrankungen, physische oder psychische Traumata oder Stress.
Die Diagnose ist schwierig, da es keine eindeutigen Laborwerte oder organischen Befunde gibt. Dies führt oft zu einer langen Odyssee von Arzt zu Arzt. Heute nutzen Mediziner neben der körperlichen Untersuchung in erster Linie die Anamnese und standardisierte Fragebögen/ Schmerzskizzen, um das komplexe Beschwerdebild zu erfassen.
4. Auswirkungen auf Betroffene
Obwohl Fibromyalgie keine Gelenke oder Muskeln schädigt, kann sie die Lebensqualität von Betroffenen stark einschränken. Die chronischen Schmerzen und die ständige Erschöpfung können alltägliche Aktivitäten und das Berufsleben erheblich beeinträchtigen. Schätzungen zufolge sind 1,4 % bis 6,6 % der Bevölkerung betroffen, mehrheitlich Frauen im mittleren Lebensalter.
5. Behandlung und Schmerzmanagement
Da es keine Heilung gibt, zielt die Therapie auf die Linderung der individuellen Symptome ab. Am erfolgreichsten ist ein multimodaler Ansatz, der verschiedene Methoden kombiniert:
• Bewegung: angepasste körperliche Aktivität
• Physikalische Therapien: z.B. Wärme- oder Kälteanwendungen
• Psychotherapeutische Verfahren: zur besseren Krankheitsbewältigung und zum Stressmanagement.
• Medikamentöse Behandlung: Da klassische Schmerzmittel oft kaum wirken, werden manchmal andere Medikamentengruppen (z. B. Antidepressiva in niedriger Dosis) zur Schmerz- und Schlafkontrolle eingesetzt. Spezifische Medikamente für Fibromyalgie gibt es bislang nicht. Da die genauen Ursachen und Krankheitsmechanismen noch nicht eindeutig geklärt sind, setzt die Fibromyalgie-Therapie hauptsächlich an der Linderung und Bekämpfung der Symptome an.


